02.11.2021
Bundesweit 5 % weniger erzieherische Hilfen im Corona-Jahr 2020
  • Kinder- und Jugendhilfe meldet rund 53.600 erzieherische Hilfen weniger als 2019
  • Besonders stark sank die Zahl der Erziehungsberatungen vor Ort
  • Hohe Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen durch Alleinerziehende

Im Corona-Jahr 2020 haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland rund 963.000 erzieherische Hilfen für junge Menschen unter 27 Jahren gewährt. Das Spektrum reicht von Erziehungsberatungen über sozialpädagogische Familienhilfen bis hin zu Heimerziehungen. Dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge waren das rund 53.600 Fälle oder 5 % weniger als im Vorjahr. Damit ist die Zahl erzieherischer Hilfen nach einem kontinuierlichen Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008 und ihrem Höchststand im Jahr 2019 erstmals zurückgegangen. Gleichzeitig fiel sie auch wieder unter die Millionengrenze, die sie bereits 2018 überschritten hatte. Von 2008 bis 2019 hatten sich die Erziehungshilfen um insgesamt 218.900 Fälle erhöht (+27 %). Hintergrund der Entwicklung im Jahr 2020 sind vermutlich die allgemeinen Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Insbesondere der Rückgang der Erziehungsberatungen vor Ort kann dadurch erklärt werden. In den Beratungsstellen wurden aber teils verstärkt telefonische Beratungen angeboten, die nicht in die Statistik eingehen.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts:

› Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 29.10.2021

23.09.2021
Hilfen zur Erziehung 2020 in Berlin und Brandenburg: Weniger Fälle in der Region

Für 32.676 junge Menschen bzw. Familien in Berlin und 17.668 in Brandenburg begann 2020 eine Hilfe zur Erziehung. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, entspricht das gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 5,2 Prozent in Berlin und 4,1 Prozent in Brandenburg.

Mehr als 47.200 Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe (Berlin: 31.100; Brandenburg: 16.100) wurden im Laufe des Jahres beendet. Über 56.600 Hilfen (Berlin: 35.200; Brandenburg: 21.400) bestanden am Jahresende fort.

Knapp jede dritte erzieherische Hilfe ist eine Erziehungsberatung
Erzieherische Hilfen werden in verschiedene Hilfearten untergliedert. Am häufigsten wurden Erziehungsberatungen (Berlin: 36,0 Prozent; Brandenburg: 36,6 Prozent) in Anspruch genommen. Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen standen mit 16,1 Prozent in Berlin und 15,0 Prozent in Brandenburg an zweiter Stelle. Sozialpädagogische Familienhilfe wurde in Berlin in 13,2 Prozent und in Brandenburg in 14,4 Prozent der Fälle geleistet. In Berlin wurden fast 7.700 Betreuungsfälle von Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen erfasst. In Brandenburg waren es mehr als 5.100 Fälle.

Mehr als 123.500 junge Menschen betroffen
Die erzieherischen Hilfen richten sich überwiegend an junge Menschen, aber auch an Familien. Insgesamt erhielten mehr als 80.400 junge Menschen in Berlin und über 43.100 in Brandenburg Hilfen zur Erziehung, die von öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe erbracht wurden. Fast jeder zweite Betroffene in Berlin (45,3 Prozent) hatte mindestens ein Elternteil mit einer ausländischen Herkunft, in Brandenburg jeder achte junge Mensch (12,4 Prozent).
Hauptgründe zur Hilfegewährung sind die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern bzw. Personensorgeberechtigten sowie die Belastung junger Menschen durch familiäre Konflikte.

Starke Inanspruchnahme durch Alleinerziehende
Fast die Hälfte der erzieherischen Hilfen wurden von Alleinerziehenden in Anspruch genommen (Berlin: 48,3 Prozent, Brandenburg: 45,2 Prozent). Damit nahmen Alleinerziehende deutlich häufiger erzieherische Hilfen in Anspruch als zusammenlebende Elternpaare (Berlin: 31,2 Prozent, Brandenburg: 29,6 Prozent) oder Elternteile in einer neuen Partnerschaft (Berlin: 14,2 Prozent, Brandenburg: 20,5 Prozent).

Viele Betroffene leben von Transferleistungen
In Berlin lebten 43,1 Prozent und in Brandenburg 40,2 Prozent der Herkunftsfamilien oder der junge Mensch ganz oder teilweise von Transferleistungen – also von Arbeitslosengeld II (SGB II), bedarfsorientierter Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe (SGB XII) oder bei Bezug eines Kinderzuschlages.

Weitere Daten finden Sie unter www.statistik-berlin-brandenburg.de/kinder-und-jugendhilfe, im Detail in den statistischen Berichten K V 2.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg › Pressemitteilung vom 23.09.2021

 

23.09.2021
Reportage zur Kurzzeitpflege „Bei Anruf: Mama – Frau Baumann und die 100 Babys“

In der RBB-Sendereihe „Unser Leben“ wurde am 18.09.2021 eine Reportage zur Kurzzeitpflege gesendet.

Der Reporter und „Unser Leben“-Moderator Arndt Breitfeld hat die Kurzzeitpflegemutter Elke Baumann aus Marzahn-Hellersdorf ein dreiviertel Jahr mit der Kamera begleitet. Er ist dabei, wenn Elke Baumann wieder ein neues Baby aufnimmt, wenn potenzielle Dauerpflegeeltern zu Besuch kommen und das Kind zum ersten Mal in Augenschein nehmen, aber auch, wenn Elke Baumann das Kind am Ende wieder abgeben muss.

Ein beeindruckender Film über die Leistungen in der Kurzzeitpflege.

Der Dokumentarfilm (29 Min.) kann für ca. 1 Jahr noch online angesehen werden:

› www.rbb-online.de/unserleben/reportagen

23.09.2021
Vorbereitung von Pflegeeltern in Berlin jetzt wieder in Präsenz

Auch in Corona-Zeiten gilt: Berlin braucht neue Pflegefamilien

Seit August 2021 werden die Veranstaltungen der Familien für Kinder gGmbH zur Vorbereitung von Pflegeeltern und zur Information von Interessierten wieder im Präsenzformat unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln angeboten. Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH: „Alle Interessenten werden ermuntert ein Pflegekind aufzunehmen. Auch in Corona-Zeiten gilt: es werden jährlich für ca. 500 Pflegekinder neue Pflegefamilien benötigt.“

Wenn es notwendig sein sollte, werden wieder digitale Veranstaltungen angeboten. Familien für Kinder gGmbH hat hier bisher gute Erfahrungen gemacht. Die Veranstaltungskonzeptionen wurden den Möglichkeiten eines virtuellen Meetings angepasst. Während der Informationsabende erhielten die Teilnehmer*innen die ersten wichtigen Informationen rund um ein Pflegeverhältnis in Form eines Vortrages. Fragen konnten über die Chatfunktion in die Veranstaltung eingebracht werden.

Im digitalen Vorbereitungsseminar für zukünftige Pflegeeltern wurde vielfältiger gearbeitet. Es gab einen regen Austausch im Plenum und die Teilnehmer*innen waren auch in Kleingruppen, um einen intensiveren Austausch untereinander zu ermöglichen. Manchen Menschen fiel es sogar leichter, sich in dieser Form, zu Hause am Bildschirm, zu äußern oder sich mit den Fachkräften und den anderen Teilnehmenden auszutauschen.

Ob digital oder in Präsenz, die Vorbereitung für Pflegeeltern geht auf jeden Fall weiter.

Informationen und die Möglichkeit, sich zu den Veranstaltungen anzumelden, finden Interessenten unter www.pflegekinder-berlin.de.

Quelle: › Pressemitteilung der Familien für Kinder gGmbH vom 21.09.2021

17.09.2021
PE
Pressebeitrag Befristete Vollzeitpflege

Am Samstag den 18.09.2021 um 17:20 Uhr läuft auf dem Sender rbb ein Beitrag über die Aufnahme von Pflegekindern in Befristeter Vollzeitpflege.

03.09.2021
PE
Berliner Pflegefamilientag: Coronabedingt auch in diesem Jahr nicht in Präsenz

Aufgrund der Corona-Krise kann – wie im letzten Jahr – auch in diesem Jahr der 20. Berliner Pflegefamilientag nicht in Präsenz gefeiert werden. Geplant war ein großes Theater-Event im Atze-Musiktheater im Bezirk Mitte.

Um auch in diesem Jahr die Tradition des Dankes an alle Berliner Pflegfamilien aufrechtzuerhalten und das Engagement der Pflegefamilien – ganz besonders in der Corona-Zeit – zu würdigen, hat das Jugendamt des Bezirks Berlin-Mitte in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Familien für Kinder gGmbH eine große Dankeschön-Gutscheinaktion auf die Beine gestellt.

Alle Berliner Pflegefamilien erhalten über ihren zuständigen Pflegekinderdienst Gutscheine. Sie können zwischen Angeboten aus Spiel, Sport und Kultur ein Familienticket auswählen: für das Naturkundemuseum, die Eisbären, das Kindermuseum Labyrinth, das Erika-Hess-Stadion oder das Atze Musiktheater. Die Familientickets (bis zu 2 Erwachsene und 3 Kinder) sind in der Regel ein Jahr gültig.

Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH: „Wir danken allen Berliner Pflegefamilien und wünschen ihnen tolle Erlebnisse bei den Events. Wir hoffen, dass die Corona-Krise im nächsten Jahr soweit überwunden sein wird, dass wir dann den Berliner Pflegefamilientag in gewohnter Weise feiern können.“

Weitere Informationen zum Pflegefamilientag: www.pflegefamilientag-berlin.de

Quelle: › Pressemitteilung der Familien für Kinder gGmbH vom 30.08.2021

10.08.2021
Für ca. 100 Berliner Pflegekinder beginnt am 14. August 2021 die Schulzeit

Eine besondere Anforderung für viele Kinder mit zwei Familien

Am 14. August 2021 werden in Berlin 36.210 Erstklässler:innen eingeschult. Mit dabei sind auch ca. 100 Pflegekinder.

Der Schulstart ist für alle Kinder ein sehr besonderer und einschneidender Lebensmoment, verbunden mit einer ganz neuen Alltagsstruktur und vielen neuen Anforderungen. Für Pflegekinder stellt der Schulstart in mehrfacher Hinsicht eine besondere Herausforderung dar.

Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH: „Pflegekinder werden in diesem neuen Lebensabschnitt noch einmal viel bewusster mit dem konfrontiert, dass sie einen anderen familiären Hintergrund als ihre Mitschüler:innen haben und nicht selten eine Sonderstellung bei Lehrer:innen und Mitschüler:innen einnehmen. Häufig wird dies dann noch verstärkt, wenn die Kinder herausforderndes Verhalten aufweisen oder in ihrer kognitiven und emotionalen Entwicklung nicht auf dem gleichen Stand wie ihre Mitschüler:innen sind und eingeschränkt lernfähig und belastbar.“

Darüber hinaus stellt für viele Pflegekinder – aufgrund ihrer Lebensgeschichte – grundsätzlich jeder Wechsel, jeder Neustart eine besondere emotionale Belastung dar, die verbunden ist mit langanhaltendem Stress.

Da alle Pflegekinder schon mindestens einen großen Beziehungsverlust erfahren haben, der ihre Persönlichkeit und das Vertrauen in die soziale Umwelt geprägt hat, benötigen sie eine hohe Akzeptanz ihrer besonderen Familienkonstellation und der damit verbundenen vielschichtigen Herausforderungen, um neues Vertrauen aufbauen zu können.

Die meisten Pflegekinder freuen sich auf die Schulzeit und die weiteren Entwicklungsschritte. Die Lehrer:innen, Mitschüler:innen und Eltern können Pflegekinder unterstützen, indem sie die soziale Normalität der Pflegekinder in Zeiten der Patchworkfamilie sehen und zugleich – wenn nötig – besondere individuelle Unterstützung ohne Ausgrenzung bieten.

Wenn Schule das im Blick hat, gelingt auch Pflegekindern ein guter Einstieg in diese neue Lebensphase und den späteren Schulalltag.

Quelle: Pressemitteilung der Familien für Kinder gGmbH vom 09.08.2021

27.07.2021
PE
Brief an Bürgermeister und Senatorin für Bldung, Jugend und Familie

Aufgrund der aktuell angespannten Situation wegen des SARS-CoV-2 Virus hat der Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekinder e.V. am 23.04.2021 einen Brief an den regierenden Bürgermeister von Berlin und an die Senatorin für Bildung Jugend und Familie geschrieben, um die Situation der Pflegeeltern zu verbessern.

Leider kam bis heute keine Antwort auf diesen dringlichen Brief. Deshalb hat der Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. am 26.07.2021 einen weiteren Brief formuliert, indem er noch einmal die Wichtigkeit dieses Themas herausstellt und nochmals auf eine öffentliche Anerkennung und eine finanzielle Entschädigung- wie es schon andere Kommunen und Bundesländer gemacht haben-  drängt.

Wir sind im Besonderen traurig, dass wir keine Antwort erhalten haben, da in diesem Jahr auch die Landtagswahl in Berlin stattfindet.

Wir hoffen diesesmal eine Reaktion auf den Brief zu erhalten und informieren Sie weiterhin über den Verlauf.

27.07.2021
Bundesweit Höchststand an Kindeswohlgefährdungen

Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2020 bei fast 60.600 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Das waren rund 5.000 Fälle oder 9 % mehr als 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben die Kindeswohlgefährdungen damit im Corona-Jahr 2020 den höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 2012 erreicht. Bereits in den beiden Vorjahren war die Zahl der Kindeswohlgefährdungen deutlich - und zwar um jeweils 10 % - gestiegen.

Neben einer zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung für den Kinderschutz, können im Corona-Jahr 2020 auch die Belastungen von Familien infolge der Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen ein Grund für die Zunahme gewesen sein. Gleichzeitig ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der Fälle, etwa aufgrund von vorübergehenden Schulschließungen, unentdeckt geblieben ist. Die Behörden können nur solche Fälle zur Statistik melden, die ihnen bekannt gemacht wurden, wobei auch diese Zahl gewachsen ist: Bundesweit prüften die Jugendämter im Jahr 2020 knapp 194.500 Verdachtsmeldungen im Rahmen einer Gefährdungseinschätzung, das waren 12 % mehr als 2019 (+21.400 Fälle).

Jedes zweite Kind war jünger als 8 Jahre, jedes dritte jünger als 5 Jahre
Den neuen Ergebnissen zufolge war etwa jedes zweite gefährdete Kind jünger als acht Jahre (51 %) und jedes dritte sogar jünger als fünf Jahre (33 %). Während Jungen bis zum Alter von 13 Jahren etwas häufiger betroffen waren, galt dies ab dem 14. Lebensjahr für die Mädchen. Die meisten Minderjährigen wuchsen bei alleinerziehenden Elternteilen (43 %), bei beiden Eltern gemeinsam (38 %) oder einem Elternteil in neuer Partnerschaft auf (11 %). Etwa die Hälfte (49 %) der betroffenen Jungen und Mädchen hatte zum Zeitpunkt der Gefährdungseinschätzung bereits eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch genommen und stand somit schon in Kontakt zum Hilfesystem.

Vernachlässigung ist am häufigsten, psychische Misshandlungen steigen am stärksten
Die meisten der rund 60.600 Kinder mit einer Kindeswohlgefährdung wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (58 %). Bei rund einem Drittel aller Fälle (34 %) wurden Hinweise auf psychische Misshandlungen – beispielsweise in Form von Demütigungen, Einschüchterungen, Isolierung und emotionale Kälte – gefunden. In etwas mehr als einem Viertel (26 %) der Fälle gab es Indizien für körperliche Misshandlungen und in 5 % Anzeichen für sexuelle Gewalt. Mehrfachnennungen waren hierbei möglich.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 350 vom 21. Juli 2021

Weitere Informationen unter: › www.destatis.de

27.07.2021
In Berlin und Brandenburg mehr Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung im Jahr 2020

Im Jahr 2020 führten die Jugendämter in Berlin und Brandenburg 26.546 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Davon waren 18.471 Berliner und 8.075 Brandenburger Kinder und Jugendliche betroffen, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.

In Berlin stieg die Anzahl der Verfahren gegenüber 2019 um 8 Prozent und in Brandenburg um 18 Prozent.

Akut gefährdet waren in Berlin 19 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen. In diesen Fällen war eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. In 26 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es bestand weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine solche konnte nicht ausgeschlossen werden. In 56 Prozent der Fälle wurde keine Gefährdung ermittelt, bei der Hälfte dieser Fälle bestand jedoch Unterstützungsbedarf.

80 Prozent der betroffenen Kinder in Berlin waren jünger als 14 Jahre. Rund jedes fünfte Kind sogar jünger als 3 Jahre.

53 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen in Berlin betrafen Vernachlässigung, 17 Prozent körperliche und 27 Prozent psychische Misshandlungen. In 3 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Je Fall sind mehrere Arten der Gefährdung möglich.

686 Berliner Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 1.254 Fällen in Berlin musste das Familiengericht angerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 19.07.2021 und Korrekturmeldung vom 20.07.2021:
› www.statistik-berlin-brandenburg.de/168-2021

Weitere Daten finden Sie unter › www.statistik-berlin-brandenburg.de/kinder-und-jugendhilfe, im Detail in den Statistischen Berichten Kennziffer K V 10.

02.11.2021
Bundesweit 5 % weniger erzieherische Hilfen im Corona-Jahr 2020
  • Kinder- und Jugendhilfe meldet rund 53.600 erzieherische Hilfen weniger als 2019
  • Besonders stark sank die Zahl der Erziehungsberatungen vor Ort
  • Hohe Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen durch Alleinerziehende

Im Corona-Jahr 2020 haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland rund 963.000 erzieherische Hilfen für junge Menschen unter 27 Jahren gewährt. Das Spektrum reicht von Erziehungsberatungen über sozialpädagogische Familienhilfen bis hin zu Heimerziehungen. Dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge waren das rund 53.600 Fälle oder 5 % weniger als im Vorjahr. Damit ist die Zahl erzieherischer Hilfen nach einem kontinuierlichen Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008 und ihrem Höchststand im Jahr 2019 erstmals zurückgegangen. Gleichzeitig fiel sie auch wieder unter die Millionengrenze, die sie bereits 2018 überschritten hatte. Von 2008 bis 2019 hatten sich die Erziehungshilfen um insgesamt 218.900 Fälle erhöht (+27 %). Hintergrund der Entwicklung im Jahr 2020 sind vermutlich die allgemeinen Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Insbesondere der Rückgang der Erziehungsberatungen vor Ort kann dadurch erklärt werden. In den Beratungsstellen wurden aber teils verstärkt telefonische Beratungen angeboten, die nicht in die Statistik eingehen.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts:

› Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 29.10.2021

23.09.2021
Hilfen zur Erziehung 2020 in Berlin und Brandenburg: Weniger Fälle in der Region

Für 32.676 junge Menschen bzw. Familien in Berlin und 17.668 in Brandenburg begann 2020 eine Hilfe zur Erziehung. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, entspricht das gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 5,2 Prozent in Berlin und 4,1 Prozent in Brandenburg.

Mehr als 47.200 Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe (Berlin: 31.100; Brandenburg: 16.100) wurden im Laufe des Jahres beendet. Über 56.600 Hilfen (Berlin: 35.200; Brandenburg: 21.400) bestanden am Jahresende fort.

Knapp jede dritte erzieherische Hilfe ist eine Erziehungsberatung
Erzieherische Hilfen werden in verschiedene Hilfearten untergliedert. Am häufigsten wurden Erziehungsberatungen (Berlin: 36,0 Prozent; Brandenburg: 36,6 Prozent) in Anspruch genommen. Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen standen mit 16,1 Prozent in Berlin und 15,0 Prozent in Brandenburg an zweiter Stelle. Sozialpädagogische Familienhilfe wurde in Berlin in 13,2 Prozent und in Brandenburg in 14,4 Prozent der Fälle geleistet. In Berlin wurden fast 7.700 Betreuungsfälle von Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen erfasst. In Brandenburg waren es mehr als 5.100 Fälle.

Mehr als 123.500 junge Menschen betroffen
Die erzieherischen Hilfen richten sich überwiegend an junge Menschen, aber auch an Familien. Insgesamt erhielten mehr als 80.400 junge Menschen in Berlin und über 43.100 in Brandenburg Hilfen zur Erziehung, die von öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe erbracht wurden. Fast jeder zweite Betroffene in Berlin (45,3 Prozent) hatte mindestens ein Elternteil mit einer ausländischen Herkunft, in Brandenburg jeder achte junge Mensch (12,4 Prozent).
Hauptgründe zur Hilfegewährung sind die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern bzw. Personensorgeberechtigten sowie die Belastung junger Menschen durch familiäre Konflikte.

Starke Inanspruchnahme durch Alleinerziehende
Fast die Hälfte der erzieherischen Hilfen wurden von Alleinerziehenden in Anspruch genommen (Berlin: 48,3 Prozent, Brandenburg: 45,2 Prozent). Damit nahmen Alleinerziehende deutlich häufiger erzieherische Hilfen in Anspruch als zusammenlebende Elternpaare (Berlin: 31,2 Prozent, Brandenburg: 29,6 Prozent) oder Elternteile in einer neuen Partnerschaft (Berlin: 14,2 Prozent, Brandenburg: 20,5 Prozent).

Viele Betroffene leben von Transferleistungen
In Berlin lebten 43,1 Prozent und in Brandenburg 40,2 Prozent der Herkunftsfamilien oder der junge Mensch ganz oder teilweise von Transferleistungen – also von Arbeitslosengeld II (SGB II), bedarfsorientierter Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe (SGB XII) oder bei Bezug eines Kinderzuschlages.

Weitere Daten finden Sie unter www.statistik-berlin-brandenburg.de/kinder-und-jugendhilfe, im Detail in den statistischen Berichten K V 2.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg › Pressemitteilung vom 23.09.2021

 

23.09.2021
Reportage zur Kurzzeitpflege „Bei Anruf: Mama – Frau Baumann und die 100 Babys“

In der RBB-Sendereihe „Unser Leben“ wurde am 18.09.2021 eine Reportage zur Kurzzeitpflege gesendet.

Der Reporter und „Unser Leben“-Moderator Arndt Breitfeld hat die Kurzzeitpflegemutter Elke Baumann aus Marzahn-Hellersdorf ein dreiviertel Jahr mit der Kamera begleitet. Er ist dabei, wenn Elke Baumann wieder ein neues Baby aufnimmt, wenn potenzielle Dauerpflegeeltern zu Besuch kommen und das Kind zum ersten Mal in Augenschein nehmen, aber auch, wenn Elke Baumann das Kind am Ende wieder abgeben muss.

Ein beeindruckender Film über die Leistungen in der Kurzzeitpflege.

Der Dokumentarfilm (29 Min.) kann für ca. 1 Jahr noch online angesehen werden:

› www.rbb-online.de/unserleben/reportagen

23.09.2021
Vorbereitung von Pflegeeltern in Berlin jetzt wieder in Präsenz

Auch in Corona-Zeiten gilt: Berlin braucht neue Pflegefamilien

Seit August 2021 werden die Veranstaltungen der Familien für Kinder gGmbH zur Vorbereitung von Pflegeeltern und zur Information von Interessierten wieder im Präsenzformat unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln angeboten. Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH: „Alle Interessenten werden ermuntert ein Pflegekind aufzunehmen. Auch in Corona-Zeiten gilt: es werden jährlich für ca. 500 Pflegekinder neue Pflegefamilien benötigt.“

Wenn es notwendig sein sollte, werden wieder digitale Veranstaltungen angeboten. Familien für Kinder gGmbH hat hier bisher gute Erfahrungen gemacht. Die Veranstaltungskonzeptionen wurden den Möglichkeiten eines virtuellen Meetings angepasst. Während der Informationsabende erhielten die Teilnehmer*innen die ersten wichtigen Informationen rund um ein Pflegeverhältnis in Form eines Vortrages. Fragen konnten über die Chatfunktion in die Veranstaltung eingebracht werden.

Im digitalen Vorbereitungsseminar für zukünftige Pflegeeltern wurde vielfältiger gearbeitet. Es gab einen regen Austausch im Plenum und die Teilnehmer*innen waren auch in Kleingruppen, um einen intensiveren Austausch untereinander zu ermöglichen. Manchen Menschen fiel es sogar leichter, sich in dieser Form, zu Hause am Bildschirm, zu äußern oder sich mit den Fachkräften und den anderen Teilnehmenden auszutauschen.

Ob digital oder in Präsenz, die Vorbereitung für Pflegeeltern geht auf jeden Fall weiter.

Informationen und die Möglichkeit, sich zu den Veranstaltungen anzumelden, finden Interessenten unter www.pflegekinder-berlin.de.

Quelle: › Pressemitteilung der Familien für Kinder gGmbH vom 21.09.2021

17.09.2021
PE
Pressebeitrag Befristete Vollzeitpflege

Am Samstag den 18.09.2021 um 17:20 Uhr läuft auf dem Sender rbb ein Beitrag über die Aufnahme von Pflegekindern in Befristeter Vollzeitpflege.

03.09.2021
PE
Berliner Pflegefamilientag: Coronabedingt auch in diesem Jahr nicht in Präsenz

Aufgrund der Corona-Krise kann – wie im letzten Jahr – auch in diesem Jahr der 20. Berliner Pflegefamilientag nicht in Präsenz gefeiert werden. Geplant war ein großes Theater-Event im Atze-Musiktheater im Bezirk Mitte.

Um auch in diesem Jahr die Tradition des Dankes an alle Berliner Pflegfamilien aufrechtzuerhalten und das Engagement der Pflegefamilien – ganz besonders in der Corona-Zeit – zu würdigen, hat das Jugendamt des Bezirks Berlin-Mitte in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Familien für Kinder gGmbH eine große Dankeschön-Gutscheinaktion auf die Beine gestellt.

Alle Berliner Pflegefamilien erhalten über ihren zuständigen Pflegekinderdienst Gutscheine. Sie können zwischen Angeboten aus Spiel, Sport und Kultur ein Familienticket auswählen: für das Naturkundemuseum, die Eisbären, das Kindermuseum Labyrinth, das Erika-Hess-Stadion oder das Atze Musiktheater. Die Familientickets (bis zu 2 Erwachsene und 3 Kinder) sind in der Regel ein Jahr gültig.

Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH: „Wir danken allen Berliner Pflegefamilien und wünschen ihnen tolle Erlebnisse bei den Events. Wir hoffen, dass die Corona-Krise im nächsten Jahr soweit überwunden sein wird, dass wir dann den Berliner Pflegefamilientag in gewohnter Weise feiern können.“

Weitere Informationen zum Pflegefamilientag: www.pflegefamilientag-berlin.de

Quelle: › Pressemitteilung der Familien für Kinder gGmbH vom 30.08.2021

10.08.2021
Für ca. 100 Berliner Pflegekinder beginnt am 14. August 2021 die Schulzeit

Eine besondere Anforderung für viele Kinder mit zwei Familien

Am 14. August 2021 werden in Berlin 36.210 Erstklässler:innen eingeschult. Mit dabei sind auch ca. 100 Pflegekinder.

Der Schulstart ist für alle Kinder ein sehr besonderer und einschneidender Lebensmoment, verbunden mit einer ganz neuen Alltagsstruktur und vielen neuen Anforderungen. Für Pflegekinder stellt der Schulstart in mehrfacher Hinsicht eine besondere Herausforderung dar.

Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH: „Pflegekinder werden in diesem neuen Lebensabschnitt noch einmal viel bewusster mit dem konfrontiert, dass sie einen anderen familiären Hintergrund als ihre Mitschüler:innen haben und nicht selten eine Sonderstellung bei Lehrer:innen und Mitschüler:innen einnehmen. Häufig wird dies dann noch verstärkt, wenn die Kinder herausforderndes Verhalten aufweisen oder in ihrer kognitiven und emotionalen Entwicklung nicht auf dem gleichen Stand wie ihre Mitschüler:innen sind und eingeschränkt lernfähig und belastbar.“

Darüber hinaus stellt für viele Pflegekinder – aufgrund ihrer Lebensgeschichte – grundsätzlich jeder Wechsel, jeder Neustart eine besondere emotionale Belastung dar, die verbunden ist mit langanhaltendem Stress.

Da alle Pflegekinder schon mindestens einen großen Beziehungsverlust erfahren haben, der ihre Persönlichkeit und das Vertrauen in die soziale Umwelt geprägt hat, benötigen sie eine hohe Akzeptanz ihrer besonderen Familienkonstellation und der damit verbundenen vielschichtigen Herausforderungen, um neues Vertrauen aufbauen zu können.

Die meisten Pflegekinder freuen sich auf die Schulzeit und die weiteren Entwicklungsschritte. Die Lehrer:innen, Mitschüler:innen und Eltern können Pflegekinder unterstützen, indem sie die soziale Normalität der Pflegekinder in Zeiten der Patchworkfamilie sehen und zugleich – wenn nötig – besondere individuelle Unterstützung ohne Ausgrenzung bieten.

Wenn Schule das im Blick hat, gelingt auch Pflegekindern ein guter Einstieg in diese neue Lebensphase und den späteren Schulalltag.

Quelle: Pressemitteilung der Familien für Kinder gGmbH vom 09.08.2021

27.07.2021
PE
Brief an Bürgermeister und Senatorin für Bldung, Jugend und Familie

Aufgrund der aktuell angespannten Situation wegen des SARS-CoV-2 Virus hat der Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekinder e.V. am 23.04.2021 einen Brief an den regierenden Bürgermeister von Berlin und an die Senatorin für Bildung Jugend und Familie geschrieben, um die Situation der Pflegeeltern zu verbessern.

Leider kam bis heute keine Antwort auf diesen dringlichen Brief. Deshalb hat der Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. am 26.07.2021 einen weiteren Brief formuliert, indem er noch einmal die Wichtigkeit dieses Themas herausstellt und nochmals auf eine öffentliche Anerkennung und eine finanzielle Entschädigung- wie es schon andere Kommunen und Bundesländer gemacht haben-  drängt.

Wir sind im Besonderen traurig, dass wir keine Antwort erhalten haben, da in diesem Jahr auch die Landtagswahl in Berlin stattfindet.

Wir hoffen diesesmal eine Reaktion auf den Brief zu erhalten und informieren Sie weiterhin über den Verlauf.

27.07.2021
Bundesweit Höchststand an Kindeswohlgefährdungen

Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2020 bei fast 60.600 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Das waren rund 5.000 Fälle oder 9 % mehr als 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben die Kindeswohlgefährdungen damit im Corona-Jahr 2020 den höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 2012 erreicht. Bereits in den beiden Vorjahren war die Zahl der Kindeswohlgefährdungen deutlich - und zwar um jeweils 10 % - gestiegen.

Neben einer zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung für den Kinderschutz, können im Corona-Jahr 2020 auch die Belastungen von Familien infolge der Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen ein Grund für die Zunahme gewesen sein. Gleichzeitig ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der Fälle, etwa aufgrund von vorübergehenden Schulschließungen, unentdeckt geblieben ist. Die Behörden können nur solche Fälle zur Statistik melden, die ihnen bekannt gemacht wurden, wobei auch diese Zahl gewachsen ist: Bundesweit prüften die Jugendämter im Jahr 2020 knapp 194.500 Verdachtsmeldungen im Rahmen einer Gefährdungseinschätzung, das waren 12 % mehr als 2019 (+21.400 Fälle).

Jedes zweite Kind war jünger als 8 Jahre, jedes dritte jünger als 5 Jahre
Den neuen Ergebnissen zufolge war etwa jedes zweite gefährdete Kind jünger als acht Jahre (51 %) und jedes dritte sogar jünger als fünf Jahre (33 %). Während Jungen bis zum Alter von 13 Jahren etwas häufiger betroffen waren, galt dies ab dem 14. Lebensjahr für die Mädchen. Die meisten Minderjährigen wuchsen bei alleinerziehenden Elternteilen (43 %), bei beiden Eltern gemeinsam (38 %) oder einem Elternteil in neuer Partnerschaft auf (11 %). Etwa die Hälfte (49 %) der betroffenen Jungen und Mädchen hatte zum Zeitpunkt der Gefährdungseinschätzung bereits eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch genommen und stand somit schon in Kontakt zum Hilfesystem.

Vernachlässigung ist am häufigsten, psychische Misshandlungen steigen am stärksten
Die meisten der rund 60.600 Kinder mit einer Kindeswohlgefährdung wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (58 %). Bei rund einem Drittel aller Fälle (34 %) wurden Hinweise auf psychische Misshandlungen – beispielsweise in Form von Demütigungen, Einschüchterungen, Isolierung und emotionale Kälte – gefunden. In etwas mehr als einem Viertel (26 %) der Fälle gab es Indizien für körperliche Misshandlungen und in 5 % Anzeichen für sexuelle Gewalt. Mehrfachnennungen waren hierbei möglich.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 350 vom 21. Juli 2021

Weitere Informationen unter: › www.destatis.de

27.07.2021
In Berlin und Brandenburg mehr Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung im Jahr 2020

Im Jahr 2020 führten die Jugendämter in Berlin und Brandenburg 26.546 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Davon waren 18.471 Berliner und 8.075 Brandenburger Kinder und Jugendliche betroffen, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.

In Berlin stieg die Anzahl der Verfahren gegenüber 2019 um 8 Prozent und in Brandenburg um 18 Prozent.

Akut gefährdet waren in Berlin 19 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen. In diesen Fällen war eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. In 26 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es bestand weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine solche konnte nicht ausgeschlossen werden. In 56 Prozent der Fälle wurde keine Gefährdung ermittelt, bei der Hälfte dieser Fälle bestand jedoch Unterstützungsbedarf.

80 Prozent der betroffenen Kinder in Berlin waren jünger als 14 Jahre. Rund jedes fünfte Kind sogar jünger als 3 Jahre.

53 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen in Berlin betrafen Vernachlässigung, 17 Prozent körperliche und 27 Prozent psychische Misshandlungen. In 3 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Je Fall sind mehrere Arten der Gefährdung möglich.

686 Berliner Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 1.254 Fällen in Berlin musste das Familiengericht angerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 19.07.2021 und Korrekturmeldung vom 20.07.2021:
› www.statistik-berlin-brandenburg.de/168-2021

Weitere Daten finden Sie unter › www.statistik-berlin-brandenburg.de/kinder-und-jugendhilfe, im Detail in den Statistischen Berichten Kennziffer K V 10.

02.11.2021
Bundesweit 5 % weniger erzieherische Hilfen im Corona-Jahr 2020
  • Kinder- und Jugendhilfe meldet rund 53.600 erzieherische Hilfen weniger als 2019
  • Besonders stark sank die Zahl der Erziehungsberatungen vor Ort
  • Hohe Inanspruchnahme erzieherischer Hilfen durch Alleinerziehende

Im Corona-Jahr 2020 haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland rund 963.000 erzieherische Hilfen für junge Menschen unter 27 Jahren gewährt. Das Spektrum reicht von Erziehungsberatungen über sozialpädagogische Familienhilfen bis hin zu Heimerziehungen. Dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge waren das rund 53.600 Fälle oder 5 % weniger als im Vorjahr. Damit ist die Zahl erzieherischer Hilfen nach einem kontinuierlichen Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008 und ihrem Höchststand im Jahr 2019 erstmals zurückgegangen. Gleichzeitig fiel sie auch wieder unter die Millionengrenze, die sie bereits 2018 überschritten hatte. Von 2008 bis 2019 hatten sich die Erziehungshilfen um insgesamt 218.900 Fälle erhöht (+27 %). Hintergrund der Entwicklung im Jahr 2020 sind vermutlich die allgemeinen Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Insbesondere der Rückgang der Erziehungsberatungen vor Ort kann dadurch erklärt werden. In den Beratungsstellen wurden aber teils verstärkt telefonische Beratungen angeboten, die nicht in die Statistik eingehen.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts:

› Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 29.10.2021

23.09.2021
Hilfen zur Erziehung 2020 in Berlin und Brandenburg: Weniger Fälle in der Region

Für 32.676 junge Menschen bzw. Familien in Berlin und 17.668 in Brandenburg begann 2020 eine Hilfe zur Erziehung. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, entspricht das gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 5,2 Prozent in Berlin und 4,1 Prozent in Brandenburg.

Mehr als 47.200 Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe (Berlin: 31.100; Brandenburg: 16.100) wurden im Laufe des Jahres beendet. Über 56.600 Hilfen (Berlin: 35.200; Brandenburg: 21.400) bestanden am Jahresende fort.

Knapp jede dritte erzieherische Hilfe ist eine Erziehungsberatung
Erzieherische Hilfen werden in verschiedene Hilfearten untergliedert. Am häufigsten wurden Erziehungsberatungen (Berlin: 36,0 Prozent; Brandenburg: 36,6 Prozent) in Anspruch genommen. Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen standen mit 16,1 Prozent in Berlin und 15,0 Prozent in Brandenburg an zweiter Stelle. Sozialpädagogische Familienhilfe wurde in Berlin in 13,2 Prozent und in Brandenburg in 14,4 Prozent der Fälle geleistet. In Berlin wurden fast 7.700 Betreuungsfälle von Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen erfasst. In Brandenburg waren es mehr als 5.100 Fälle.

Mehr als 123.500 junge Menschen betroffen
Die erzieherischen Hilfen richten sich überwiegend an junge Menschen, aber auch an Familien. Insgesamt erhielten mehr als 80.400 junge Menschen in Berlin und über 43.100 in Brandenburg Hilfen zur Erziehung, die von öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe erbracht wurden. Fast jeder zweite Betroffene in Berlin (45,3 Prozent) hatte mindestens ein Elternteil mit einer ausländischen Herkunft, in Brandenburg jeder achte junge Mensch (12,4 Prozent).
Hauptgründe zur Hilfegewährung sind die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern bzw. Personensorgeberechtigten sowie die Belastung junger Menschen durch familiäre Konflikte.

Starke Inanspruchnahme durch Alleinerziehende
Fast die Hälfte der erzieherischen Hilfen wurden von Alleinerziehenden in Anspruch genommen (Berlin: 48,3 Prozent, Brandenburg: 45,2 Prozent). Damit nahmen Alleinerziehende deutlich häufiger erzieherische Hilfen in Anspruch als zusammenlebende Elternpaare (Berlin: 31,2 Prozent, Brandenburg: 29,6 Prozent) oder Elternteile in einer neuen Partnerschaft (Berlin: 14,2 Prozent, Brandenburg: 20,5 Prozent).

Viele Betroffene leben von Transferleistungen
In Berlin lebten 43,1 Prozent und in Brandenburg 40,2 Prozent der Herkunftsfamilien oder der junge Mensch ganz oder teilweise von Transferleistungen – also von Arbeitslosengeld II (SGB II), bedarfsorientierter Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung oder Sozialhilfe (SGB XII) oder bei Bezug eines Kinderzuschlages.

Weitere Daten finden Sie unter www.statistik-berlin-brandenburg.de/kinder-und-jugendhilfe, im Detail in den statistischen Berichten K V 2.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg › Pressemitteilung vom 23.09.2021

 

23.09.2021
Reportage zur Kurzzeitpflege „Bei Anruf: Mama – Frau Baumann und die 100 Babys“

In der RBB-Sendereihe „Unser Leben“ wurde am 18.09.2021 eine Reportage zur Kurzzeitpflege gesendet.

Der Reporter und „Unser Leben“-Moderator Arndt Breitfeld hat die Kurzzeitpflegemutter Elke Baumann aus Marzahn-Hellersdorf ein dreiviertel Jahr mit der Kamera begleitet. Er ist dabei, wenn Elke Baumann wieder ein neues Baby aufnimmt, wenn potenzielle Dauerpflegeeltern zu Besuch kommen und das Kind zum ersten Mal in Augenschein nehmen, aber auch, wenn Elke Baumann das Kind am Ende wieder abgeben muss.

Ein beeindruckender Film über die Leistungen in der Kurzzeitpflege.

Der Dokumentarfilm (29 Min.) kann für ca. 1 Jahr noch online angesehen werden:

› www.rbb-online.de/unserleben/reportagen

23.09.2021
Vorbereitung von Pflegeeltern in Berlin jetzt wieder in Präsenz

Auch in Corona-Zeiten gilt: Berlin braucht neue Pflegefamilien

Seit August 2021 werden die Veranstaltungen der Familien für Kinder gGmbH zur Vorbereitung von Pflegeeltern und zur Information von Interessierten wieder im Präsenzformat unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln angeboten. Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH: „Alle Interessenten werden ermuntert ein Pflegekind aufzunehmen. Auch in Corona-Zeiten gilt: es werden jährlich für ca. 500 Pflegekinder neue Pflegefamilien benötigt.“

Wenn es notwendig sein sollte, werden wieder digitale Veranstaltungen angeboten. Familien für Kinder gGmbH hat hier bisher gute Erfahrungen gemacht. Die Veranstaltungskonzeptionen wurden den Möglichkeiten eines virtuellen Meetings angepasst. Während der Informationsabende erhielten die Teilnehmer*innen die ersten wichtigen Informationen rund um ein Pflegeverhältnis in Form eines Vortrages. Fragen konnten über die Chatfunktion in die Veranstaltung eingebracht werden.

Im digitalen Vorbereitungsseminar für zukünftige Pflegeeltern wurde vielfältiger gearbeitet. Es gab einen regen Austausch im Plenum und die Teilnehmer*innen waren auch in Kleingruppen, um einen intensiveren Austausch untereinander zu ermöglichen. Manchen Menschen fiel es sogar leichter, sich in dieser Form, zu Hause am Bildschirm, zu äußern oder sich mit den Fachkräften und den anderen Teilnehmenden auszutauschen.

Ob digital oder in Präsenz, die Vorbereitung für Pflegeeltern geht auf jeden Fall weiter.

Informationen und die Möglichkeit, sich zu den Veranstaltungen anzumelden, finden Interessenten unter www.pflegekinder-berlin.de.

Quelle: › Pressemitteilung der Familien für Kinder gGmbH vom 21.09.2021

10.08.2021
Für ca. 100 Berliner Pflegekinder beginnt am 14. August 2021 die Schulzeit

Eine besondere Anforderung für viele Kinder mit zwei Familien

Am 14. August 2021 werden in Berlin 36.210 Erstklässler:innen eingeschult. Mit dabei sind auch ca. 100 Pflegekinder.

Der Schulstart ist für alle Kinder ein sehr besonderer und einschneidender Lebensmoment, verbunden mit einer ganz neuen Alltagsstruktur und vielen neuen Anforderungen. Für Pflegekinder stellt der Schulstart in mehrfacher Hinsicht eine besondere Herausforderung dar.

Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH: „Pflegekinder werden in diesem neuen Lebensabschnitt noch einmal viel bewusster mit dem konfrontiert, dass sie einen anderen familiären Hintergrund als ihre Mitschüler:innen haben und nicht selten eine Sonderstellung bei Lehrer:innen und Mitschüler:innen einnehmen. Häufig wird dies dann noch verstärkt, wenn die Kinder herausforderndes Verhalten aufweisen oder in ihrer kognitiven und emotionalen Entwicklung nicht auf dem gleichen Stand wie ihre Mitschüler:innen sind und eingeschränkt lernfähig und belastbar.“

Darüber hinaus stellt für viele Pflegekinder – aufgrund ihrer Lebensgeschichte – grundsätzlich jeder Wechsel, jeder Neustart eine besondere emotionale Belastung dar, die verbunden ist mit langanhaltendem Stress.

Da alle Pflegekinder schon mindestens einen großen Beziehungsverlust erfahren haben, der ihre Persönlichkeit und das Vertrauen in die soziale Umwelt geprägt hat, benötigen sie eine hohe Akzeptanz ihrer besonderen Familienkonstellation und der damit verbundenen vielschichtigen Herausforderungen, um neues Vertrauen aufbauen zu können.

Die meisten Pflegekinder freuen sich auf die Schulzeit und die weiteren Entwicklungsschritte. Die Lehrer:innen, Mitschüler:innen und Eltern können Pflegekinder unterstützen, indem sie die soziale Normalität der Pflegekinder in Zeiten der Patchworkfamilie sehen und zugleich – wenn nötig – besondere individuelle Unterstützung ohne Ausgrenzung bieten.

Wenn Schule das im Blick hat, gelingt auch Pflegekindern ein guter Einstieg in diese neue Lebensphase und den späteren Schulalltag.

Quelle: Pressemitteilung der Familien für Kinder gGmbH vom 09.08.2021

27.07.2021
Bundesweit Höchststand an Kindeswohlgefährdungen

Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2020 bei fast 60.600 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Das waren rund 5.000 Fälle oder 9 % mehr als 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben die Kindeswohlgefährdungen damit im Corona-Jahr 2020 den höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 2012 erreicht. Bereits in den beiden Vorjahren war die Zahl der Kindeswohlgefährdungen deutlich - und zwar um jeweils 10 % - gestiegen.

Neben einer zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung für den Kinderschutz, können im Corona-Jahr 2020 auch die Belastungen von Familien infolge der Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen ein Grund für die Zunahme gewesen sein. Gleichzeitig ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der Fälle, etwa aufgrund von vorübergehenden Schulschließungen, unentdeckt geblieben ist. Die Behörden können nur solche Fälle zur Statistik melden, die ihnen bekannt gemacht wurden, wobei auch diese Zahl gewachsen ist: Bundesweit prüften die Jugendämter im Jahr 2020 knapp 194.500 Verdachtsmeldungen im Rahmen einer Gefährdungseinschätzung, das waren 12 % mehr als 2019 (+21.400 Fälle).

Jedes zweite Kind war jünger als 8 Jahre, jedes dritte jünger als 5 Jahre
Den neuen Ergebnissen zufolge war etwa jedes zweite gefährdete Kind jünger als acht Jahre (51 %) und jedes dritte sogar jünger als fünf Jahre (33 %). Während Jungen bis zum Alter von 13 Jahren etwas häufiger betroffen waren, galt dies ab dem 14. Lebensjahr für die Mädchen. Die meisten Minderjährigen wuchsen bei alleinerziehenden Elternteilen (43 %), bei beiden Eltern gemeinsam (38 %) oder einem Elternteil in neuer Partnerschaft auf (11 %). Etwa die Hälfte (49 %) der betroffenen Jungen und Mädchen hatte zum Zeitpunkt der Gefährdungseinschätzung bereits eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch genommen und stand somit schon in Kontakt zum Hilfesystem.

Vernachlässigung ist am häufigsten, psychische Misshandlungen steigen am stärksten
Die meisten der rund 60.600 Kinder mit einer Kindeswohlgefährdung wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (58 %). Bei rund einem Drittel aller Fälle (34 %) wurden Hinweise auf psychische Misshandlungen – beispielsweise in Form von Demütigungen, Einschüchterungen, Isolierung und emotionale Kälte – gefunden. In etwas mehr als einem Viertel (26 %) der Fälle gab es Indizien für körperliche Misshandlungen und in 5 % Anzeichen für sexuelle Gewalt. Mehrfachnennungen waren hierbei möglich.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 350 vom 21. Juli 2021

Weitere Informationen unter: › www.destatis.de

27.07.2021
In Berlin und Brandenburg mehr Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung im Jahr 2020

Im Jahr 2020 führten die Jugendämter in Berlin und Brandenburg 26.546 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Davon waren 18.471 Berliner und 8.075 Brandenburger Kinder und Jugendliche betroffen, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.

In Berlin stieg die Anzahl der Verfahren gegenüber 2019 um 8 Prozent und in Brandenburg um 18 Prozent.

Akut gefährdet waren in Berlin 19 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen. In diesen Fällen war eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. In 26 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es bestand weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine solche konnte nicht ausgeschlossen werden. In 56 Prozent der Fälle wurde keine Gefährdung ermittelt, bei der Hälfte dieser Fälle bestand jedoch Unterstützungsbedarf.

80 Prozent der betroffenen Kinder in Berlin waren jünger als 14 Jahre. Rund jedes fünfte Kind sogar jünger als 3 Jahre.

53 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen in Berlin betrafen Vernachlässigung, 17 Prozent körperliche und 27 Prozent psychische Misshandlungen. In 3 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Je Fall sind mehrere Arten der Gefährdung möglich.

686 Berliner Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 1.254 Fällen in Berlin musste das Familiengericht angerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 19.07.2021 und Korrekturmeldung vom 20.07.2021:
› www.statistik-berlin-brandenburg.de/168-2021

Weitere Daten finden Sie unter › www.statistik-berlin-brandenburg.de/kinder-und-jugendhilfe, im Detail in den Statistischen Berichten Kennziffer K V 10.

01.07.2021
Impfmöglichkeiten für Eltern und Kinder (ab 12 Jahren)

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie informiert in einem Schreiben vom 23.06.2021 über die baldigen Impfmöglichkeiten für Eltern und Kinder (ab 12 Jahren) auch in der Sommerpause. Dies ist aus der Sicht der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ein wichtiger Schritt zur weiteren Stabilisierung des Betriebs in Kitas und Schulen.

https://www.pflegekinder-berlin.de/media/2021_06_23_impfmoeglichkeiten.pdf

Des weiteren beantwortet das RKI wichtige Fragen rund um das Impfen von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren.

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/Infoblatt_Impfung_Kinder_und_Jugendliche.pdf?__blob=publicationFile

14.05.2021
Beschluss des Entwurfs des Kinder- und Jugendstärkungsgesetze

Kinder und Jugendliche aus einem belastenden Lebensumfeld besser zu schützen und ihnen mehr Chancen auf Teilhabe zu geben: Das ist Ziel der Modernisierung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes, dem der Bundesrat nun abschließend zugestimmt hat.

Die Reform des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes regelt konkret:

  • einen besseren Kinder- und Jugendschutz
  • die Stärkung von Kindern und Jugendlichen, die in Pflegefamilien oder in Einrichtungen der Erziehungshilfe aufwachsen
  • Hilfen aus einer Hand für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen
  • mehr Prävention vor Ort
  • mehr Beteiligung von jungen Menschen, Eltern und Familien

 

Alle Detailfragen können Sie gerne hier Nachlesen: https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/newsletter-und-abos/newsletter-verbraucherschutz/kinder-jugendstaerkungsgesetz-1824404

14.04.2020
Unterstützung für Pflegeeltern, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehend nicht arbeiten können

Die Ausbreitung des Coronavirus verursacht große organisatorische und finanzielle Probleme: Eltern müssen wegen Kita- und Schulschließungen die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren, können ihrer Arbeit nicht in vollem Umfang nachgehen, sind in Kurzarbeit oder haben wegen ausbleibender Aufträge gravierende Einkommenseinbußen.

Erwerbstätige Sorgeberechtige, die wegen der Betreuung ihrer Kinder vorübergehend nicht arbeiten können, haben Anspruch auf Entschädigung.

Wenn ein Kind in Vollzeitpflege nach § 33 des Achten Buches Sozialgesetzbuch in den Haushalt aufgenommen wurde, steht der Anspruch auf Entschädigung statt dem Sorgeberechtigten den Pflegeeltern zu.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: >>> www.bmas.de

Eine Übersicht zu finanziellen Hilfen und Unterstützungsangeboten für Familien finden Sie auf der Homepage der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: >>> www.berlin.de/sen/bjf